Prostatakrebs-Früherkennung
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Warum Prostatakrebs-Früherkennung?
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Österreich. Er kann sich unterschiedlich entwickeln. Oft wächst er sehr langsam, verursacht keine Beschwerden. Betroffene können dann trotz Krebs bis ins hohe Alter leben. Prostatakrebs zu haben, bedeutet also nicht automatisch auch daran sterben zu müssen. Fast die Hälfte der Männer ist bei der Diagnose 70 Jahre oder älter und die meisten Prostatakrebs-Erkrankungen führen nicht zum Tod.
Wenn ich Beschwerden mit der Prostata habe, sollte ich mit einem Arzt oder einer Ärztin darüber sprechen. Erste Anzeichen von Prostatakrebs können zum Beispiel Probleme beim Urinieren, Schmerzen oder Blut in Urin und Samenflüssigkeit sein.
Die kastaniengroße Drüse liegt unterhalb der Harnblase und umgibt den obersten Abschnitt der Harnröhre. Der hintere Anteil der Drüse liegt dem Enddarm zugewandt und kann durch diesen abgetastet werden. Die Prostata ist für die Produktion der Samenflüssigkeit zuständig, die dem Sperma beigemengt wird.
Bei neun von zehn Männern über 90 Jahren finden sich nach dem Tod in einer mikroskopischen Untersuchung Prostatakrebszellen.
Das Risiko für Prostatakrebs ist bei manchen Männern höher als bei anderen, etwa wenn nahe Verwandte an Prostatakrebs erkrankt sind. Ich spreche also am besten mit meinem Arzt oder meiner Ärztin über mein persönliches Risiko und ob eine Untersuchung auf Prostatakrebs mittels PSA-Test für mich sinnvoll ist.
Welche Untersuchungen gibt es?
Was ist der PSA-Test?
Beim PSA-Test wird die Menge an PSA im Blut bestimmt. Der PSA-Wert kann Hinweise sowohl auf gutartige, aber vor allem auch auf bösartige Erkrankungen der Prostata geben. Prostatakrebs wird oft durch diesen Test entdeckt, lange bevor er Beschwerden verursacht.
Ein erhöhter PSA-Test bedeutet noch nicht, dass unbedingt Prostatakrebs vorhanden ist, sondern kann auch durch entzündliche oder mechanische Veränderungen entstehen.
Ein besonders stark erhöhter PSA-Wert sollte stets durch eine wiederholte Bestimmung nach drei bis sechs Monaten bestätigt werden. Dadurch können unnötige Untersuchungen, Behandlungen und seelische Belastung vermieden werden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es derzeit keinen Test gibt, der dazu geeignet ist, bei allen beschwerdefreien Männern nach Prostatakrebs zu suchen.
Bin ich unter 45 Jahre?
In diesem Alter ist Prostatakrebs sehr selten. Wenn ich keine Beschwerden oder Prostataerkrankung habe und mein persönliches familiäres Risiko für Prostatakrebs nicht erhöht ist, wird ein PSA-Test nicht empfohlen.
Bin ich zwischen 45 und 70 Jahre?
Nach einer Aufklärung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin über die Vor- und Nachteile kann eine Erstbestimmung des PSA Werts durchgeführt werden. Auf Basis des Wertes wird dann risikoadaptiert das Intervall für eine mögliche nächste PSA-Wert-Bestimmung festgelegt:
- PSA < 1 ng/ml: Intervall alle 4 Jahre
- PSA 1-2 ng/ml: Intervall alle 2 Jahre
- PSA > 2 ng/m:l Intervall jedes Jahr
Bin ich über 70 Jahre?
Männern über 70 Jahre und einem PSA-Wert < 1ng/ml wird eine weitere PSA-gestützte Früherkennung nicht empfohlen.
Wenn ich Beschwerden habe, die auf eine Erkrankung der Prostata hinweisen, kann meine Ärztin bzw. mein Arzt jederzeit und altersunabhängig einen PSA-Test veranlassen.
Ist der PSA-Test für mich geeignet?
Welche Vor- bzw. Nachteile gibt es beim PSA-Test zu beachten?
Vorteile:
- Ein erhöhter PSA-Wert kann Hinweise geben, ob die Prostata erkrankt ist.
- Die Früherkennungsuntersuchung mit dem PSA-Test kann Männer vor dem Tod durch Prostatakrebs bewahren.
Nachteile:
- Der PSA-Wert gibt lediglich einen Hinweis, ob ein Mann an Prostatakrebs erkrankt ist oder nicht. Unnötige Untersuchungen können durch wiederholte Messungen weitgehend vermieden werden. Manchmal wird Prostatakrebs auch durch den PSA-Wert nicht erkannt.
- Prostatakrebs verursacht meistens keine Beschwerden. Der PSA-Test gibt auch keinen Hinweis darüber, ob Prostatakrebs zu Beschwerden führen wird oder nicht. Daher wird auch bei Männern Prostatakrebs entdeckt, der nie zu Beschwerden geführt hätte. Solche so genannten Niedrig-Risiko-Karzinome werden einfach durch regelmäßige Untersuchungen und Kontrollen überwacht, unnötige Behandlungen können damit bei zwei von drei Männern vermieden werden.
Ein erhöhter PSA-Wert kann zu weiteren Untersuchungen oder Behandlungen führen. Dabei können Komplikationen auftreten, wie Blutungen oder Infektionen (Urosepsis). Insgesamt versterben am Ende gleich viele Männer, egal ob sie einen PSA-Test machen oder nicht. Allerdings kann die Rate fortschreitender Prostatakrebserkrankungen mit Hilfe des PSA-Tests deutlich reduziert werden.
Ich sorg vor. Individuell nach Alter und Geschlecht
Die regelmäßige und kostenlose Vorsorgeuntersuchung ist wichtig für meine individuelle Gesundheit. Sie liefert Erkenntnisse über meinen Gesundheitszustand und wie ich ihn positiv beeinflussen kann. Je nach Alter und Geschlecht gilt es dabei – neben gemeinsamen Basis-Untersuchungen – unterschiedliche Aspekte besonders zu beachten.